Betriebliches Gesundheitsmanagement – bGM –

„In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben.

In der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen.

Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.“

(Voltaire)

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement bGM?

Unter bGM verstehen wir die Entwicklung und Fortführung betrieblicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisationen und die Befähigung zum gesundheitsförderlichen Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ziel haben und Ihre Verwurzelung in den Leitsätzen der Unternehmensgrundsätzen haben.

Die Gesundheitskultur bildet dabei die system-/hierarchie- und ressourcenübergreifende Schnittstelle im Unternehmen zur Vernetzung aller gesundheitsförderlichen Bereiche und stellt damit eine der zentralen Stellhebel des nachhaltigen Unternehmenserfolges dar.

Eine Berücksichtigung der geltenden Arbeitsschutzvorschriften als Mindestgrundlage sowie die zielgerichtete Nutzung der Angebote im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung bGF komplettieren unser Verständnis eines „BGM mit echtem Nutzwert“!

(In Anlehnung an die Definition „Gesundheitsförderung“ der WHO 1986: „…ist der Prozess, der es Menschen ermöglicht, Kontrolle über ihre Gesundheit auszuüben und sie zu verbessern…“

…oder, um es  auf eine einfache Formel zu bringen…

Warum ist Gesundheit auch Sache des Arbeitgebers?

Schon seit längerem ist es unverkennbar, dass sich der Arbeitsmarkt immer stärker von der Arbeitgeberorientierung hin zur Arbeitnehmerorientierung entwickelt. Für die Beschäftigten ist das natürlich grundsätzlich erfreulich. So berichtet die Bundesagentur für Arbeit im Januar 2017, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2016 unter die Marke von 2,7 Mio. Personen gesunken ist. So wenige Arbeitslose gab es demnach seit 1991 nicht mehr.

ABER: Wo Licht ist, ist auch Schatten!

Dieser Schatten wird immer länger. So wurden zwar im Jahr 2015 so viele Kinder geboren wie zuletzt 1982. Tatsächlich liegt die Geburtenquote mit statistischen 1,5 Babys pro Frau immer noch viel zu niedrig, um den Bedarf an Fachkräften und Sozialversicherungsbeitragszahlern in Zukunft decken zu können. In der Folge bedeutet dies, dass die heutig erwerbstätigen Personen länger arbeiten müssen.

Das Eintrittsalter zur Regelaltersrente wurde für Personen ab Geburtsjahr 1965 auf 67 Jahre erhöht. Weitere Anhebungen dieser Grenze erscheinen unausweichlich. Mit diesen Anhebungen gehen für den Arbeitgeber ganz konkrete Problemstellungen einher. So spricht die Statistik eine eindeutige Sprache in der Form, dass mit zunehmendem Alter nicht zwingend die Häufigkeit der Erkrankungen, sondern vielmehr die Dauer der einzelnen Arbeitsunfähigkeitszeiten überdurchschnittlich ansteigt. Legt man nun z.B. die Zahlen der BAUA-Studie zugrunde, wonach jeder Tag der Arbeitsunfähigkeit im Durchschnitt 238,- € für den Arbeitgeber an Kosten beträgt, kann sich jeder ganz schnell die Gesamtbelastung ausrechnen.

Aber nicht nur das steigende Durchschnittsalter (und die damit einhergehenden Auswirkungen) stellt für Sie als Arbeitgeber ein kaum kalkulierbares Kostenrisiko dar. Ebenfalls sollte es aus naheliegenden Gründen für den Arbeitgeber im Eigeninteresse sein, das sog. „tödliche Quartett“ aus Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderten Blutfettwerten und Insulinresistenz in der Belegschaft zu reduzieren. Diese Risiken ziehen sich durch alle Altersstrukturen der Belegschaft und nehmen damit eine wesentlichen Rolle in der Risikoanalyse für Unternehmen ein.

Weitere gute Gründe, warum der Arbeitgeber in die Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter investieren sollte, liegen z.B. in vermeidbaren Fluktuationskosten und in steigender Mitarbeiterzufriedenheit; aber natürlich auch in der Einhaltung von Vorschriften des Arbeitsschutzes und in der Außenwirkung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber!

Bedeutung und Vorteile als Arbeitgeber:

Steigerung der Arbeitgeberattraktivität

Bewährtes Tool zum aktiven Employer Management

Überschaubarer Verwaltungsaufwand bei Umsetzung

Motivation und Bindung der Mitarbeiter

 Reduktion von Ausfallzeiten und damit Kostenersparnis

Messbarkeit der Ergebnisse

Sinnvolle Kombination und Integration bestehender Leistungen möglich (z.B. bEM, bKV, usw)

Markenwertsteigerung des Unternehmens

Positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit

 Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Bedeutung und Vorteile als Arbeitnehmer:

Erhalt und Förderung der eigenen Gesundheit

Echte, greifbare Wertschätzung durch den Arbeitgeber

 Einfache und flexible Inanspruchnahme der bGM-Angebote

Verbesserung des Arbeitsklimas

Zugehörigkeit zu einem innovativen Betrieb

Beitrag zur Zukunftssicherung des Arbeitgebers

Sicherheit in der Umsetzung der Maßnahmen

Bedarfsgerechte Auswahl der einzelnen bGM-Angebote

kein Kassenwechsel nötig

 Kombination mit bestehenden Zusatzleistungen möglich (z.B. bEM, bAV, usw.)

Rentiert sich bGM denn überhaupt – wo liegt mein ROI?

Grundsätzlich lässt sich aussagen, dass sich bGM tatsächlich für jedes Unternehmen lohnt – unabhängig von Größe, Branche oder Budget. Selbst mit kleinen Maßnahmen lassen sich gute und messbare Ergebnisse erzielen. Wie so häufig gilt auch hier:

„Die richtige Maßnahme mit passenden Strukturen bei professioneller Unterstützung führt zum Erfolg“

So verschieden die Maßnahmen, Strukturen und Betriebe sind, so individuell ist auch der jeweilige Return on Invest. Eine wissenschaftlich fundierte Übersicht mit einer Vielzahl an Beispielen dazu finden Sie nachstehend:

Die o.g. Übersicht bildet nur eine kleine Auswahl an Beispielen zu ROI-Berechnungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Wie ist die rechtliche Situation dazu?

Grundsätzlich sind Sie natürlich frei in Ihrer unternehmerischen Entscheidung, ob bzw. welche bGM-Maßnahmen Sie durchführen wollen. Tatsächlich gibt es aber auch Teilbereiche des bGM, die Ihnen als Arbeitgeber verbindlich vorgeschrieben werden.

Diese stammen in der Regel aus den Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes.

Ein besonders prägnantes Beispiel dafür ist die

Psychische Gefährdungsbeurteilung

Was soll damit erreicht werden?

Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes dienen der Verhütung von Unfällen bei der Arbeit sowie der Vermeidung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit.

Für wen gilt es?

Für alle Beschäftigten, also z.B. Arbeitnehmer, Angestellte, Azubis, Beamte, usw; jeweils natürlich m/w

Wen betrifft es?

Alle Betriebe, die Arbeitgeber sind, als z.B. natürliche und juristische Personen und rechtsfähige Personengesellschaften

Ab welcher Betriebsgröße muss ich als Arbeitgeber zwingend handeln?

Die Vorschriften gelten verbindlich ab dem 1. Beschäftigten

Grundlagen

Zitat: …“Der Arbeitgeber hat bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes von folgenden allgemeinen Grundsätzen auszugehen:

  1. Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird;…

Bußgeldvorschriften

Zitat: …“ Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. einer Rechtsverordnung nach § 18 Abs. 1 oder § 19 zuwiderhandelt, soweit sie für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift verweist, oder
2. a) als Arbeitgeber oder als verantwortliche Person einer vollziehbaren Anordnung nach § 22 Abs. 3 oder

b) als Beschäftigter einer vollziehbaren Anordnung nach § 22 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 zuwiderhandelt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 und 2 Buchstabe b mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro, in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 Buchstabe a mit einer Geldbuße bis zu fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden.

Strafvorschriften

Zitat: „Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. eine in §25 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a bezeichnete Handlung beharrlich wiederholt oder
  2. durch eine in § 25 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 2 Buchstabe a bezeichnete vorsätzliche Handlung Leben oder Gesundheit eines Beschäftigten gefährdet“

Wie ist der Ablauf?

Im Prinzip gleicht die Vorgehensweise zur Installation eines belastbaren Managementsystem im bGM-Umfeld jeder anderen Herangehensweise bei neuen Themen:

  • Sie informieren sich vorab ganz allgemein über Möglichkeiten, Kosten und Nutzen bei den für Sie passenden Partnern
  • Sie treffen eine Grundsatzentscheidung für/wider bGM

Haben Sie sich für bGM in Ihrem Betrieb entschieden, empfiehlt sich folgender Ablauf:

  • Grundlagenanalyse
  • Planung der Maßnahmen und Abläufe
  • Umsetzung
  • Abgleich Soll/Ist mit Nachbesserung bei Defiziten
  • Kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung des bGM-Systems

Gibt es dabei (auch finanzielle) Unterstützung?

Ja, die gibt es – sogar in sehr vielfältiger Art und Weise! Für die Risikoanalyse, die Planungsphase, die Evaluierung, usw. stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Nehmen Sie am besten gleich Kontakt auf: hier!

Als mittelständisches Unternehmen kommen Sie vielfach auch in den Vorteil einer Honorarbezuschussung durch die BAFA in Höher von 50% bis zu 90%.

Alle Infos dazu: hier!

Für die Umsetzung einzelner Maßnahmen im Sinne des bGF bzw. des Arbeitsschutzes stehen Ihnen z.B. die gesetzlichen Krankenkassen und/oder spezialisierte bGF-Anbieter zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden oftmals gesondert gefördert. Selbstverständlich kann ich Ihnen hier gerne mit Rat und Tat mit einer passenden Empfehlung helfen.

Alle Infos zur Förderung: hier!

Beachten Sie bitte auch unbedingt die Auswirkungen der Innenfinanzierung. Diese werden bei den Entscheidungen leider häufig gar nicht oder nur unzureichend in der Kalkulation berücksichtigt – und haben doch oftmals deutlich mehr Hebelwirkung als externe Förderungen oder Zuschüsse.

Alle Infos zur Innenfinanzierung: hier!

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Die besondere Empfehlung!

BGM ist wichtig und richtig. Und doch auch „nur“ 1 Baustein von vielen, um sich als Arbeitgeber wirklich Attraktiv zu präsentieren. Erst in der Kombination mit anderen Maßnahmen entfaltet sich das enorme Potential. Daher meine konkrete Empfehlung an Sie: Nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen eine zeitgemäße Beratung anbietet; mit frischen Ideen und rechtskonformen Vorgehensweisen. Aber gleichzeitig auch mit dem Mut für erstmal eher unkonventionelle Ideen und vermeintlichen „Tabubrüchen“.

Nur das Ergebnis zählt für Ihren Erfolg!

Wie immer gilt dabei: Klarheit schafft Wahrheit!

bGM in nur 1 Minute erklärt

Psychische Gefährdungsbeurteilung in nur 1 Minute erklärt